Einsiedeln – eine Klosterstadt?

Nach drei Tagen LEGO-Fieber präsentierten die stolzen kleinen Baumeisterinnen und Baumeister am Freitagabend ihre imposante Miniaturstadt in der Brüel-Turnhalle. Damit fanden die von der Freien Evangelischen Gemeinde und der Jungschar Einsiedeln veranstalteten Kinder-Plausch-Tage 2018 einen festlichen Abschluss.

Gespannte Stille vor dem feierlichen Scherenschnitt durch das rote Band.

sar. Rimuss in Sektkelchen, ein Scherenschnitt durch das Band, gespannte Blicke durch die geöffneten Türen auf die LEGO-Stadt. Die Erwartungen der zahlreich erschienenen Besucher wurden nicht enttäuscht. Über mehrere Tische spannte sich die Skyline der frisch erbauten Modellstadt. Von fleissigen Kinderhänden wurden Fantasievillen kreiert, Wolkenkratzer hochgezogen, Piratenschiffe vom Stapel gelassen, eine Bahnstrecke in die Stadtplanung integriert, eine Seilbrücke in letzter Minute fertiggestellt. Man brauchte einige Zeit, um sich einen Überblick über alle Details zu verschaffen. Vor dem Blickfang musste man sogar etwas anstehen: das detailliert nachgebaute Kloster Einsiedeln war für einmal in einem städtischen Umfeld zu bestaunen. Aber keine Angst: Einsiedeln bleibt ein Klosterdorf. Die LEGO-Stadt ist inzwischen Geschichte.

Voll ausgebuchtes Ferienangebot

Gerade rechtzeitig zum Ende der heissen Sommertage, fand sich eine bunt gewürfelte Schar Kinder zu den drei Kinder-Plausch-Tagen 2018 ein. Die Anmeldung musste bereits vor den Ferien erledigt werden. Genau 50 Kinder (plus einige wenige glückliche Nachzügler von der Warteliste) konnten an diesem Freizeitangebot während der letzten Ferienwoche teilnehmen. Leider mussten nicht wenige eine Absage wegstecken. Einige liessen es sich aber nicht nehmen, die Stadtbaustelle als Besucher zu begutachten.

Mehr als LEGO-Steine

Üseri Stadt läbt vom Näh und Gäh…

Die Theatergruppe in Aktion!

Die LEGO-Stadt stand zwar im Zentrum der Tätigkeiten. Das gute Miteinander und geteilte Freude waren ebenso wichtig wie die bunten Plastiksteinchen. Das Rahmenprogramm startete jeweils mit einem humorvollen Gedankenanstösse der eigens zusammengestellten Theatergruppe. Szenen mitten aus dem Leben. Von einer Reise zu den Grosseltern – und was dabei auch schieflaufen kann. Die Vorbereitung. Verpasste Züge. Glückliche Ankunft. Diese Szenen sorgten nach der Zvieriepause für einen interessanten Gedankenaustausch in einer Kleingruppenzeit. Wie bereitest du dich vor, wenn du auf Reisen gehst? Wie fühlt es sich an, wenn man etwas verpasst? Warum lohnt es sich, bis zum Ziel dran zu bleiben? Gedanken, die auch in der Bibel anklingen und die christliche Botschaft verständlicher machen. Diese Botschaft wurde auch in den fetzigen LEGO-Songs ausgedrückt: «I üserer Stadt söll me ds Guete gseh – i üserer Stadt, söll Gottes Wille gescheh.» Und: «Gott liebt alli Chinde fescht, das isch doch ds Allerbescht».

Zurücklehnen und geniessen

Es nimmt immer mehr Gestalt an: das Modell des Klosters Einsiedeln.

Natürlich durften auch entspannende Pausen nicht fehlen. Denn wenn die LEGO-Steine auch klein sind, so kostet es doch einiges, die Pläne sorgfältig zu lesen und konzentriert zu bauen. Oder ständig neue Ideen zu haben, bis das Bauwerk schliesslich ein Traumhaus geworden ist. Ging den Baumeistern mal die Geduld aus, sorgte ein kleiner Fussballmatch zwischendurch für Bewegung und rote Köpfe. Ertönte etwa in der Hälfte des Nachmittags die Trillerpfeife der Zugführerin (die die Baumannschaft in einer authentischen Uniform durch Programm lotste), hiess es «Zvieri». Nach einer Stärkung, die Lungen voll frischer Luft (und es war ab und zu wirklich frisch), ging es dann mit neuen Bauideen zurück an die Werktische. Und gebaut wurde mit Ausdauer – bis zum Schluss kurz vor Eröffnung der Ausstellung am Freitag.

Outdoor-Abend

Wieder trockenes Wetter beim festlichen Ausklang. Es wurde ein kleines Dorffest.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag liessen sich viele Kinder trotz schlechten Wetters den «Outdoor-Abend» nicht nehmen. Dieses Angebot war bereits vor zwei Jahren ein gefragtes Extra, und wurde auch in diesem Jahr wieder angeboten. Die Jungscharleiter, die während der Kinder-Plausch-Tage in die gelben und orangen Westen der Bauleiter schlüpften, kamen damit wieder in ihren eigentlichen Lebensraum: unter freiem Himmel und im Wald. Wegen des einsetzenden Regens wurde die Übernachtung flugs in die Räumlichkeiten der FEG Einsiedeln verlegt. Das Abendprogramm konnte aber ungestört im Wald beim Wasserreservoir stattfinden. Für manche der Kinder war es das erste Mal, dass sie etwas «Jungschar-Luft» schnuppern konnten.

Begeisterte Leiterinnen. LEGO macht einfach Spass!

OK-Präsidentin Esther Wehner kann sich mit ihrem Team über einen sehr gelungenen Anlass freuen. Eine Freude, die im Familiengottesdienst am Sonntag sehr deutlich zu spüren war und in ein Lob für Gott mündete. Ob es in Zukunft wieder einmal heisst: «Kinder-Plausch-Tage»? – Wir lassen uns überraschen!

Fotos: Henk Oosting

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